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Sinnkrisen meistern – Wie du wieder aus einem emotionalen Tief rauskommst

3 Jahre nach meiner ersten 6-monatigen Auszeit vom Job packt mich wieder die Sinnkrise.

Keine schöne Krise in der ich mich frage ob ich das rote oder das blaue Blümchen pflücken soll, sondern eine nervenaufreibende Krise die Kopfweh verursacht. Die einen an allem was ich bisher erreicht habe zweifeln lässt und ich mich frage was das erreichte denn wirklich wert ist.

Wir suchen und suchen und haben doch das Gefühl nie anzukommen.

Authentisch will ich leben. Voll und ganz hinter dem stehen was ich tue. Zum Wohl der Menschheit. Aber bitte nicht zu links orientiert. Die Gedankenspirale kreist und dreht sich und ich habe das Gefühl den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. 

Kommt dir das bekannt vor?

Um in einer solchen Krise wieder klar sehen zu können hilft mir Yogaphilosophie. So einfach? Ja, so einfach.

Denn wir kommen nie an. Wir sind unser ganzes Leben lang auf der Suche nach dem richtigen Weg und vergessen dabei, dass wir längst da sind. Manchmal wird uns kurz bewusst, dass es im Leben nicht darum geht, dieses oder jenes zu erreichen, sondern einfach „zu sein“, das Leben so anzunehmen wie es ist oder in Liebe zu wachsen. Diese Erkenntniswellen dauern nur leider meist recht kurz an, dann vergessen wir sie und wir geraten in die Fluten alter Muster und „Systemabläufe“ des Funktionierens zurück. Da gute ist: Wenn wir üben indem wir uns immer wieder daran erinnern, können mit allem was wir tun wieder ein Stück näher zu uns zurückkommen. 

Wir müssen nirgendwo ankommen. Wir sind schon da. Im Hier und Jetzt. Das Hier und Jetzt muss nicht immer gut und schön und voller Glitzer sein. Manchmal ist es unangenehm und wir wollen es lieber nicht annehmen. Aber indem wir es annehmen kommen wir an. Das Leben ist ein Wechselspiel aus Freude und Schmerz, aus Leere und Fülle, aus Hochs und Tiefs. Das können wir nicht immer beeinflussen. Aber wenn wir aufhören diese Situationen als “gut” oder “schlecht” zu labeln und zu bewerten können wir aus der Gedankenspirale des ewigen Suchens aussteigen und finden Balance.

Und wie komme ich jetzt konkret raus aus einem Tief?

Wenn du in einem Tief bist und an dir und deinem Weg zweifelst, dann sei gewiss, dass du nicht alleine bist, sondern immer Teil bist von etwas Größerem. Andere Menschen haben ähnliche oder genau die gleichen Sorgen wie du. Mach dir bewusst, dass nach jedem Tief wieder ein Hoch kommt. Und vor allem: Bewerte deine furchtbaren Gedanken die du in der Krise hast nicht. Du kannst etwas gegen das machen worüber du dir Gedanken machst? Wunderbar! Dann gibt es keinen Grund sich zu sorgen. Oder kannst du nichts tun um deine Situation zu ändern? Auch wunderbar! Dann kannst du lernen Sie anzunehmen, denn sich deshalb zu sorgen bringt absolut nichts.

Schau deinen Sorgen tief in die Augen und nimm sie wahr. Und dann lass sie weiterziehen wie Wolken am Horizont. Und wenn sie wiederkommen wie dunkle Gewitterwolken dann sieh ich ihnen noch tiefer in die Augen. Und dann nimm wieder Abstand und schau sie dir aus der Ferne an. Objektiv und dennoch liebevoll, wie eine Mutter ihr Kind. 

Es ist ok, dass dich die Sorgen gerade beschäftigen und nach unten ziehen und du das Licht am Ende des Tunnels nicht siehst. Indem du dich deinen Ängsten zuwendest und aussprichst was dich bedrückt, verlieren sie an Bedrohlichkeit.  Ähnlich wie bei Voldemort aus Harry Potter, der dessen Name nicht genannt werden darf.

Eine Freundin schickte mir neulich diesen Spruch:

Hab Geduld und vertraue deiner Intuition. Vertrau darauf, dass alles schon in dir ist und dass das was du brauchst zu dir kommt. Und schenke dir ein Lächeln.

This being human is a guest house.
Every morning a new arrival.

A joy, a depression, a meanness,
some momentary awareness comes
as an unexpected visitor.

Welcome and entertain them all!
Even if they are a crowd of sorrows,
who violently sweep your house
empty of its furniture,
still, treat each guest honorably.
He may be clearing you out
for some new delight.

The dark thought, the shame, the malice.
meet them at the door laughing and invite them in.

Be grateful for whatever comes.
because each has been sent
as a guide from beyond.

— Jellaludin Rumi


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